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Wireless Application Protocol (WAP) und General Packet Radio Service (GPRS).

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1.2. Wie WAP funktioniert - die Technik

1.2.1 Was man zum "WAPpen" benötigt

Um am WAP-Geschehen teilnehmen zu können, benötigt man zunächst einmal ein WAP-fähiges Endgerät, d.h. in diesem muss ein sogenannter Microbrowser installiert sein. Solche Microbrowser dienen dazu, in WML (Wireless Markup Language) geschriebene Seiten in Text und Grafik auf dem Display des mobilen Endgerätes darzustellen. Dabei müssen aufgrund der im GSM-Netz vorhandenen, geringen Datenübertragungsgeschwindigkeit von gerade einmal 9.6 kbit/s (am Ende der gesamten Ausbauphase theoretisch bis zu 14,4 kbit/s) und der geringen Displaygröße der Endgeräte die Inhalte speziell angepasst werden. Dazu sind WML und die Microbrowser nicht nur für mobile Endgeräte, sondern auch für nahezu jedes Betriebssystem der Feststationen (Windows 9x/NT/CE, PalmOS, etc.) verfügbar. WML, das zu der Internetsprache HTML (Hypertext Markup Language - Raggett, 1998) zwar nicht kompatibel, ihr jedoch sehr ähnlich ist, ermöglicht es jedem, aktuelle und interessante Inhalte im Internet anzubieten, die dann von unterwegs aus abgerufen werden können. WML wurde als ein Dokumententyp der 1998 ins Leben gerufenen Extensible Markup Language XML [XML] spezifiziert. Beim Entwurf von WML musste man auf die bereits oben erwähnten Einschränkungen, die drahtlose und tragbare Endgeräte mit sich bringen, also z.B. die geringe Bandbreite, kleine Displays oder die geringe Speicherkapazitäten etc., achten.


Ein WML-Dokument

Eine WML-Datei bezeichnet man auch als Stapel (deck). Ein WML-Stapel ist also vergleichbar mit einer kompletten HTML-Datei. Ein Stapel kann dann wiederum beliebig viele Karten mit unterschiedlichen Inhalten (cards) enthalten. Diese Karten stellen die Einheiten dar, die nacheinander auf den Displays der Endgeräte dargestellt werden. Eine Karte entspricht also einer (sehr kleinen) Bildschirmseite. Um die Dimensionen etwas zu verdeutlichen sei erwähnt, dass ein normaler Monitor bei der Darstellung einer Internetseite Platz für etwa 200 Wörter in 20 Zeilen bietet. Ein Handydisplay dagegen bietet nur für etwa 10 bis 20 Wörter in zwei bis fünf Zeilen Platz. Schon aus diesem Grund ist eine spezielle Aufbereitung der Inhalte dringend nötig. Der Aufbau einer einzelnen Karte, die aus mehreren Textfeldern bestehen kann, lässt sich wie in HTML über Parameter steuern. So können wichtige Informationen sofort, weniger wichtige erst auf Abruf (on demand) angezeigt und ggf. neu geladen werden. Damit die zu übertragende Datenmenge gering bleibt, kann WML in einer sehr kompakten Form codiert werden. Dies beruht einerseits auf dem binären Codierungsformat von XML. Andererseits ist WML, was die Nutzung von Tags (den Befehlen in HTML/WML etc.) angeht, strenger als HTML. Damit vermeidet man das unnötige Aufblähen von Dateien durch Unzulänglichkeiten bei der Umsetzung auf das Endgerät. Insgesamt erreicht man so, dass eine WML-Seite selten größer als 2kByte wird.

Beispiele:

Die häufig benötigte Anfrage "href=http://" wird komplett als 4B kodiert oder der ebenso häufig benutzte Befehl SELECT zur Auswahl einer Seite, Datei etc. wird als das Byte 37 also als "100101" codiert.

Hier ein Programm in WML und das Ergebnis auf einem Handy-Display:


Ein WML-Deck und das Ergebnis

Erläuterungen:
  • Zeile 1: Angabe der Software-Version
  • Zeile 2: Die Angabe des Dokumententyps nach Vorgaben des WAP-Forums
  • Zeile 3: Ein WML-Dokument beginnt
  • Zeile 4: Eine neue Displayseite beginnt
  • Zeile 5: Ein neuer Textabsatz folgt
  • Zeile 6: Der Ausgabetext
  • Zeile 7: Ende des Textabsatzes
  • Zeile 8: Ende der Displayseite
  • Zeile 9: Ende des WML-Dokumentes
Weiter benötigt man natürlich auch einen Netzbetreiber (Telekom, Viag Interkom, E-Plus u.a.), der für die Übertragung der gewünschten Daten sorgt.

 

  
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